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CBT_3 (Vollprojekt)

Regulatorische T-Zell-Therapie – from bench to bedside (von der Forschung in die Klinik)

Regulatorische T-Zellen (Treg) sind eine Untergruppe von T-Lymphozyten und bilden einen wichtigen Bestandteil des menschlichen Immunsystems. Trotz ihres geringen Anteils von etwa 0,5 bis zwei Prozent des gesamten T-Zellrepertoires sind sie essentiell in der Regulation von immunologischen Abläufen des Immunsystems. Tregs sorgen unter anderem dafür, dass die Selbsttoleranz gegenüber den eigenen Körperzellen aufrecht erhalten wird und somit der menschliche Körper vor einer Autoimmunität – eigene Strukturbestandteile des Körpers werden als "fremd" erkannt – bewahrt wird. Eine therapeutische Bedeutung haben regulatorische T-Zellen in den vergangenen Jahren in der Übertragung von Stammzellen aus dem Knochenmark (hämatopoetische Stammzelltransplantation) erhalten.

Verschiedene klinische Studien haben bestätigen können, dass der Einsatz von regulatorischen T-Zellen im Rahmen einer Stammzell- oder Knochenmarkstransplantation zu einem verringerten Auftreten einer Graft-Versus-Host-Disease (GvHD) – zu deutsch Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung – führt. Unter einer GvHD versteht man eine potentiell tödlich verlaufende Erkrankung, die aufgrund einer Transplantation von Stammzellen oder Knochenmark eines Spenders im Empfängerorganismus auftreten kann. Hierbei richten sich die aus dem Transplantat entstandenen Immunzellen des Spenders gegen die Körperzellen des Empfängers; typischerweise in Leber, Haut und Darm.

Im Rahmen unserer Arbeiten im IFB-Tx I konnten wir zeigen, dass diese Behandlungsstrategie sich nicht auf eine Therapie nach einer soliden Organtransplantation übertragen lässt. Im Gegensatz zur Situation nach einer Stammzelltransplantation sind die entsprechenden regulatorischen T-Zellen bei der soliden Organtransplantation weitestgehend wirkungslos. Zur Behandlung von Patienten mit einer soliden Organtransplantation haben wir ein Protokoll zur Isolierung sogenannter "antigenspezifischer regulatorischer T-Zellen" aus dem Patienten (Empfängerorganismus) entwickelt. Diese speziellen Zellen entstammen aus der Population der Tregs, besitzen aber die Fähigkeit, den Empfängerorganismus dahingehend zu regulieren, dass das "fremde" Organ nunmehr als "eigen" angesehen wird. Es zeigt sich, dass die Gabe einer klinisch relevanten Menge dieser antigenspezifischen regulatorischen T-Zellen Abstoßungsreaktionen von Transplantaten erfolgreich verhindern kann.

Diese Zellen besitzen somit ein hohes therapeutisches Potential und eröffnen neue Wege in der Prävention und Behandlung von alloimmun-, autoimmun- sowie allergischen Immunantworten in Patienten.

Team

Dr. Elmar Jaeckel

Dr. Fatih Noyan

PD Dr. Frank Lehner

Rebecca Hyde

Publikationen

  1. Intrahepatic regulatory T cells in autoimmune hepatitis are associated with treatment response and depleted with current therapies. Richard Taubert, Matthias Hardtke-Wolenski, Fatih Noyan, Artur Wilms, Anna K. Baumann, Jerome Schlue, Sven Olek, Christine S. Falk, Michael P. Manns, Elmar Jaeckel. Accepted. Journal of Hepatology
  2. Donor-specific regulatory T cells generated on donor B cells are superior to CD4+CD25high cells in controlling alloimmune responses in humanized mice. Noyan F, Lee YS, Hardtke-Wolenski M, Knoefel AK, Taubert R, Baron U, Manns MP, Jaeckel E. Transplant Proc. 2013 Jun;45(5):1832-7. doi: 10.1016/j.transproceed.2013.01.073.
  3. Enrichment of regulatory T cells in acutely rejected human liver allografts. Taubert R, Pischke S, Schlue J, Wedemeyer H, Noyan F, Heim A, Lehner F, Barg-Hock H, Klempnauer J, Olek S, Manns MP, Hardtke-Wolenski M, Jaeckel E. Am J Transplant. 2012 Dec;12(12):3425-36. doi: 10.1111/j.1600-6143.2012.04264.x. Epub 2012 Sep 20.