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CORE_1 (Vollprojekt)

Kardiovaskuläre Erkrankungen nach Transplantation – Ursachen und Prävention

Empfänger einer Nieren-, Leber-, Lungen- oder Stammzelltransplantation versterben häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (kardiovaskuläre Erkrankungen) als die Allgemeinbevölkerung. Wir haben deshalb für unser Projekt folgende Hypothesen formuliert:

  1. Kardiovaskuläre Risikoprofile und Risikofaktoren überlappen bei Kindern und Erwachsenen nach einer Nieren-, Leber-, Lungen- oder Stammzelltransplantation.
  2. Patienten im Kindesalter, die keine altersbedingten Gefäßveränderungen aufweisen, zeigen den alleinigen Einfluss der Transplantation auf kardiovaskuläre Veränderungen.
  3. Die kardiovaskulären Veränderungen bei Empfängern einer Nieren-, Leber-, Lungen- oder Stammzelltransplantation zeigen Eigenschaften einer beschleunigten Gefäßalterung (early vascular ageing - EVA).
  4. Biologische Alterungsmarker wie etwa die Verkürzung der Chromosomenenden (Telomerverkürzung) oder Expression von spezifischen miRNAs (kleine Zellbausteine, die eine wichtige Rolle bei der Genregulation spielen), sind verbunden mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko und erlauben einen mechanistischen Erklärungsansatz für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach Transplantation.

Unser übergeordnetes Ziel ist die Verbesserung des Patientenüberlebens nach Organ- und Stammzelltransplantation. Dies wollen wir erreichen, indem wir mehr über das Auftreten und die Entwicklung von Parametern erfahren, die ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko anzeigen, und indem wir Therapieziele und Therapiekonzepte definieren und bewerten. Im Einzelnen haben wir folgende Ziele formuliert:

  • Ziel 1: Charakterisierung des kardiovaskulären Erscheinungsbildes und Bestimmung des kardiovaskulären Risikos, um Faktoren zu definieren, die den kardiovaskulären Zustand unserer Patienten positiv oder negativ beeinflussen. Hierzu werden wir unter anderem Untersuchungen zur Einschätzung des kardiovaskulären Risikos bei Empfängern von Organ- und Stammzelltransplantaten abgleichen und hoffen, damit gleichzeitig die Qualität der Transplantationsnachsorge zu verbessern.
  • Ziel 2: Basierend auf den Beobachtungen der verschiedenen Patientengruppen (unter Ziel 1) erfolgt die Definition von Therapiezielen und -konzepten, die das Auftreten und die Häufigkeit kardiovaskulärer Erkrankungen verringern sollen. Am Ende sollen Standardarbeitsablaufsbeschreibungen (SOPs) und wo möglich Leitlinien zur Nachsorge nach Transplantation stehen.
  • Ziel 3: Identifizierung von Mechanismen, die für die Entstehung kardiovaskulärer Veränderungen verantwortlich sind. Unser besonderes Interesse gilt dabei dem Erscheinungsbild der beschleunigten Gefäßalterung. Wir werden die Bedeutung verschiedener biologischer Mechanismen für den kardiovaskulären Alterungsprozess untersuchen, um so wichtige Erkenntnisse über die Prozesse zu gewinnen, die kardiovaskuläre Erkrankungen nach Transplantation hervorrufen.
  • Ziel 4: Vorbereitung einer Untersuchung, die den Effekt bestimmter in den Vorarbeiten festgelegter Behandlungsregimes überprüfen soll. Diese Untersuchung planen wir zunächst bei Kindern nach Nierentransplantation. Basierend auf der Festlegung von Behandlungszielen und Behandlungskonzepten und unter Verwendung der entwickelten SOPs und Leitlinien (Ziel 2) werden wir ein detailliertes Behandlungsregime entwickeln. Dieses wird dann in einer randomisierten - die Zuordnung der Testpersonen zu Kontroll- und Experimentalgruppe ist zufällig - prospektiven Studie gegen die bisherige Standardtherapie getestet.

Team

PD Dr. Bernhard M.W. Schmidt (Projektleitung)

Dr. Gernot Beutel (Projektleitung)

Prof. Dr. Dr. Anette Melk (Projektleitung)

Dr. Daniela Thurn-Valsassina

Elena Bauer

Susanne Geerling

Kooperationspartner

Mitglieder der 55 Kinder-Nephrologischen Zentren der 4C-Studiengruppe

PD Dr. Frank Lehner
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Dr. Elmar Jäckel
Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie

Prof. Dr. Jens Gottlieb
Klinik für Pneumologie, MHH

Prof. Dr. Jens Vogel-Claussen
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Prof. Dr. Dr. Thomas Thum
IFB-Tx Core Facility Translationale Strategien

Prof. Dr. Christine S. Falk
IFB-Tx Core Facility Immunologie

IFB-Tx Core Facility QM&HTMA

Publikationen

  1. Doyon A*, Kracht D*, Bayazit AK, Deveci M, Duzova A, Krmar RT, Litwin M, Niemirska A, Oguz B, Schmidt BM, Sozeri B, Querfeld U, Melk A*, Schaefer F*, Wuhl E*; for the 4C Study Consortium. Carotid Artery Intima-Media Thickness and Distensibility in Children and Adolescents: Reference Values and Role of Body Dimensions. Hypertension. 2013; 62(3): 550-6. *equal contribution
  2. Melk A*, Schildhorn C*, Homme M, Knoch M, Schmidt BM, Serth J, Scherer S, Dohler B, Opelz G. Association of single nucleotide polymorphisms on chromosome 9p21.3 with cardiovascular death in kidney transplant recipients. Transplantation. 2013; 95(7): 928-32. *equal contribution
  3. Doyon A, Kracht D, Bayazit AK, Deveci M, Duzova A, Krmar RT, Litwin M, Niemirska A, Oguz B, Schmidt BM, Sozeri B, Querfeld U, Melk A, Schaefer F, Wuhl E; 4C Reference Study Consortium. Response to intima-media thickness in children - need for more parameters. Hypertension. 2014; 63(5): e121-2.