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Einfluss gesteigerter Alltagsaktivität bei individuell bestimmtem Pulsdruck bei Patienten mit einem linksventrikulärem Unterstützungssystem: Eine Machbarkeitsstudie

Die Anzahl von Herzinsuffizienz-Patienten im Endstadium, denen ein linksventrikuläres Unterstützungssystem mit kontinuierlichem Fluss (cfLVAD) implantiert wurde, nimmt stetig zu. Bei cfLVAD-Patienten wurde im Laufe der Zeit eine Abnahme der arteriellen Wandstärke beobachtet, die die Gefäßfunktion beeinträchtigen und Probleme während der Überbrückungsversorgung bis zu einer Herztransplantation verursachen kann. Der Pulsdruck ist die Quelle der Scherbeanspruchung auf die Arterienwand und ein wichtiger Impulsgeber für das Wachstum von vaskulären glatten Muskelzellen. Er kann bei körperlicher Aktivität erhöht werden. Daher könnte der Pulsdruck ein nützlicher Marker sein und zur Bestimmung der individueller Dauer und des Intensitätsniveaus bei den Trainingsübungen dieser Patienten führen. Dennoch ist die Machbarkeit der Pulsdruckmessung in Ruhe und unter Belastung bei cfLVAD-Patienten und die Umsetzbarkeit die täglichen Bewegungsaktivitäten in der häuslichen Umgebung zu überwachen, noch nicht untersucht worden.

Hypothese: Die Steigerung der Alltagsaktivität nahe eines Normalwertes von mehr als 10.000 Schritten pro Tag bei einem vorher definierten Pulsdruck (Intensität) ist ein machbarer und in der Praxis umsetzbarer Ansatz, um Änderungen der Gefäßwanddicke und der körperlichen Leistungsfähigkeit bei cfLVAD Patienten zu erfassen.

Über zwei Arbeitspakete wollen wir folgende Ziele erreichen:

  • Ziel 1: Etablieren von Methoden um den Pulsdruck während ansteigender körperlicher Belastung in cfLVAD-Patienten mit niedrigem Pulsdruck zuverlässig zu erfassen.
  • Ziel 2: "Proof of concept"-Studie um die Machbarkeit und Umsetzbarkeit einer zweimonatigen Intervention zur Steigerung der körperlichen Aktivität im außerklinischen Umfeld mit vorgegebener Dauer und Intensität bei cfLVAD Patienten zu testen.

Unser Projekt ist ein obligatorischer Schritt, um geeignete angetriebene größere klinische Studien zu entwerfen, um hochgradige Beweise für individuelle effektive Trainingsentwürfe bei cfLVAD-Patienten zu erstellen. Die Ergebnisse der Pilotstudie können auch helfen, die positiven Auswirkungen eines körperlichen Trainingsprogramms auf die arterielle Funktion und Struktur besser zu verstehen. Schließlich können weitere spezifische Empfehlungen in dieser Patientengruppe helfen, die Motivation der Patienten für die körperliche Bewegung zu erhöhen und die Unsicherheit in der Patientenbetreuung zu verringern. Ziel ist zu prüfen, ob bei cfLVAD-Patienten ein individuelles körperliches Training zu Hause, das die Abnahme der Gefäßwanddicke verhindern kann, machbar und praktikabel ist.

(Projekt gefördert bis 30.06.2015)

Team

Dr. rer. medic. Sven Haufe (Klinische Pharmakologie, Projektleiter) 

 

 

Prof. Dr. med. Christoph Bara (HTTG, Bereichsleiter)

 

 

Prof. Dr. Jens Tank (Klinische Pharmakologie, ltd. Oberarzt)

 

 

Dr. med. Sebastian Rojas Hernandez (HTTG, Arzt)

 

 

Prof. Dr. med. Uwe Tegtbur (Sportmedizin, Institutsleiter)

Publikationen

  1. Haufe S, Bara C, Eigendorf J, Chobanyan-Jürgens K, Rojas SV, Schmitto JD, Tegtbur U, Jordan J, Tank J: Physical Activity Guided by Pulse Pressure in Patients with Continuous Flow Left Ventricular Assist Devices: A Pilot Study. Circulation 136(16): 1567-1569, 2017.
  2. Tank J, Heusser K, Malehsa D, Hegemann K, Haufe S, Brinkmann J, Tegtbur U, Diedrich A, Bara C, Jordan J, Strüber M: Patients with Continuous Flow Left Ventricular Assist Devices Provide Insight in Human Baroreflex Physiology. Hypertension 60(3): 849-55, 2012.