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Die Rolle des biliären Mikrobioms bei Patienten mit ITBL (ischemic type biliary lesions) nach Lebertransplantation

Seit 2010 werden zunehmend Publikationen zum intestinalen Mikrobiom des Menschen und dessen Einfluss auf verschiedene Erkrankungen veröffentlicht. Veränderungen in der Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm sind mit dem Auftreten von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) (Tamboli CP, Gut 2004; Matsuda H, J Gastroenterol Hepatol 2000), Fettleibigkeit (Ley RE, Nature 2006; Turnbaugh PJ, Nature 2006) sowie Allergien und Asthma bronchiale (Wang M, J Allergy Clin Immunol 2008; Verhulst SL, J Asthma 2008) assoziiert. Es gibt bisher nur wenige Arbeiten, die den Einfluss des intestinalen Mikrobioms auf die Entstehung und den natürlichen Verlauf von Lebererkrankungen untersuchen. Arbeiten, die den Einfluss des biliären Mikrobioms auf die Entstehung und den natürlichen Verlauf von Lebererkrankungen untersuchen, fehlen. Insbesondere fehlen Daten zu Patienten, die ischemic type biliary lesions (ITBL) oder auch eine Anastomosenstenose nach einer Lebertransplantation entwickeln.

Bisher galt die Gallenflüssigkeit als steriles Medium und der Nachweis von Bakterien wurde lediglich in Zusammenhang mit Infektionen gesehen. Neuere Untersuchungen bei gesunden Schweinen konnten zeigen, dass es auch in der Gallenblase ein funktionierendes Mikrobiom gibt (Jiménez E et al., Microbiologyopen. 2014). Die Bedeutung des biliären Mikrobioms bei der Entstehung von Gallengangs-assoziierten Lebererkrankung ist bisher völlig unklar und soll im Rahmen der vorliegenden Studie untersucht werden.

Gallengangstenosen zählen zu den häufigsten Komplikationen nach Lebertransplantation. Ein besonderes Problem stellen die ITBL Veränderungen dar, da sie zu einer Funktionseinschränkung des Transplantates führen und daher häufig zur einer Retransplantation zwingen. ITBL schränken die Lebensqualität des Patienten ein und sind mit einer erheblichen Mortalität verbunden. Bisher ist die Ursache für ITBL nicht vollständig verstanden. Im Gegensatz dazu ist die Anastomosenstenose eine einzelne, kurze und fokale Einengung an der Stelle der biliären Anastomose. Sie kann ebenfalls wie die ITBL durch endoskopische Eingriffe behandelt werden. Ziel dieses Projektes ist es, die Bedeutung des biliären Mikrobioms bei Patienten mit ITBL und bei Patienten mit Anastomosenstenose nach einer Lebertransplantation in der Lebertransplantationskohorte der Medizinischen Hochschule Hannover näher zu untersuchen. Unsere Hypothese besteht darin, dass ein bestimmtes biliäres Mikrobiom mit ITBL-typischen Veränderungen nach einer Lebertransplantation assoziiert ist.

Die drei Ziele unseres Projektes sind:

  1. Zu zeigen, dass Next Generation Sequencing (NGS) zur bakteriellen Detektion sensitiver ist im Vergleich zu mikrobiologischen Kulturverfahren in der Galle von Patienten mit ITBL und Anastomosenstenose nach Lebertransplantation.
  2. Es soll gezeigt werden, dass sich das biliäre Mikrobiom zwischen Patienten mit ITBL, Anastomosenstenose und einer Kontrollgruppe unterscheidet.
  3. Wir wollen untersuchen, wie sich endoskopische Interventionen auf die Zusammensetzung des biliären Mikrobioms bei Patienten mit ITBL und Anastomosenstenose nach Lebertransplantation in einem longitudinalen Follow-up auswirken.

Team

Dr. Benjamin Heidrich (Projektleiter), Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie

 

 

Dr. Henrike Lenzen (Projektleiterin), Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie

 

 

Dr. Philipp Solbach (Projektleiter), Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie

 

 

Kooperationspartner

Prof. Dietmar Pieper, Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig