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ECT_1 (Vollprojekt)

Antikörper-vermittelte Abstoßung nach Nierentransplantation: Risikofaktoren für Krankheitsprogress und Prädiktion von Therapieerfolg

Ein erfolgreich transplantiertes Organ muss davor bewahrt werden, vom Empfänger abgestoßen zu werden. Dabei erkennt das körpereigene Immunsystem des Patienten die Gewebemerkmale (HLA-Antigene) des Spenderorgans als fremd und bildet Antikörper. Die Antikörper-vermittelte Rejektion (ABMR) spielt eine wesentliche Rolle für eine immunologisch vermittelte Schädigung eines Nierentransplantates und führt langfristig oft zu einem Transplantatverlust. Eine Verbesserung in der Diagnostik und Therapie dieses Krankheitsbildes kann helfen, das Langzeitüberleben der Niere nach der Transplantation wesentlich zu verbessern. Indem der natürliche Krankheitsverlauf genau beobachtet wird, Blut- und Gewebewerte erfasst werden (klinische, histologische und serologische Parameter), erhoffen wir uns ein besseres Verständnis für die Diagnose und Vorhersage, wie sich die Erkrankung weiterentwickeln wird und welche Möglichkeiten es gibt therapeutisch einzugreifen.

Besondere Berücksichtigung finden folgende Hypothesen:

  1. Nicht alle Antikörper weisen das gleiche Schädigungspotential für die Entwicklung einer Abstoßung (ABMR) auf. Die Untersuchung des Antikörper-Typen (IgG-Subklassen, Fähigkeit der Komplementbindung) kann das Abschätzen und Einordnen der Risiken (Risikostratifizierung) verbessern.
  2. Antikörper, die das Immunsystem des Patienten gegen bislang unbekannte Gewebemerkmale auf Endothelzellen der Innenseite der Blutgefäße bildet (sogenannte Non-HLA-Antikörper), spielen ebenfalls eines Rolle für die Entwicklung einer Antikörper vermittelten Abstoßung.
  3. Zirkulierende Marker im Blut, die eine Gewebsschädigung anzeigen, liefern frühe und nicht-invasive Hinweise für das Vorliegen einer ABMR und stellen objektive Messungen für das Ausmaß der Krankheitsaktivität dar.
  4. Die kombinierte Bewertung klinischer, serologischer und molekularer Parameter hilft, die Diagnose zu verbessern, die Krankheitsaktivität früher zu erkennen und den Krankheitsprogresses sicherer vorhersagen zu können.
  5. Die Wahrscheinlichkeit eines Therapieerfolgs einer ABMR kann durch die Bewertung klinischer, histologischer, serologischer und molekularer Marker abgeschätzt werden.

 (Projekt gefördert bis 30.06.2015)

Team

Dr. Gunilla Einecke

PD Dr. Stephan Immenschuh

Paul Rentz (Doktorand), Institut für Transfusionsmedizin