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FIB_2 (Start-up)

Die Funktion und das Überleben von Nierentransplantaten hängt entscheidend von der Qualität der Spenderorgane (Vorerkrankungen mit Folgeschäden, z.B. durch Bluthochdruck oder bereits bindegewebige Umbauveränderungen (Fibrose) und der Transportzeit außerhalb des Körpers (kalte Ischämiezeit) ab. Eine verzögerte Funktionsaufnahme der Organe nach Transplantation korreliert mit einem verminderten Langzeit-Transplantatüberleben.

In dieser Studie soll untersucht werden, ob bestimmte histologische und molekulare Marker (Kapillardichte, Haptoglobin-Polymorphismus, Inflammation oder vorbestehende Fibrose), die an frühen Nierentransplantatbiopsien untersucht werden, mit der Transplantatfunktion nach einem Jahr korrelieren. Neben klinischen Parametern sollen funktionelle MRT-Parameter zur Evaluation des Transplantats untersucht werden. Mit neuen, innovativen Techniken soll mittels MRT die Nierendurchblutung (arterial spin labelling, ASL) quantifiziert werden und Marker für die Infiltration von Entzündungszellen sowie Zeichen einer interstitiellen Fibrose evaluiert werden (Diffusionsbildgebung).

Insgesamt sollen 40 Patienten zwölf Monate (± 1 Monat) nach Nierentransplantation in die Studie eingeschlossen werden, bei denen auch eine Nierentransplantat-Biopsie geplant ist. Im Rahmen des Hannover Protokoll-Biopsieprogramms wird bei diesen Patienten eine Transplantatbiopsie nach drei und zwölf Monaten durchgeführt.

Die Gesamtzahl der Patienten soll sich aus folgenden Gruppen zusammensetzten: 20 Patienten mit Initialfunktion und 20 mit verzögerter Transplantatfunktionsaufnahme (sogenannte delayed graft function, DGF). Für diese Studie sollen primär Patienten untersucht werden, die eine postmortale Nierenspende erhalten haben, da bei dieser Gruppe in relevanter Zahl (ca. 25 Prozent) eine DGF vorhanden ist. Nach Lebendspende bei kurzen kalten Ischämiezeiten liegt die Rate an DGF nur bei ca. fünf Prozent. Wir vermuten, dass eine Rarefizierung (Abnahme) von peritubulären Kapillaren mit einer reduzierten Nierendurchblutung korreliert. Relevante Marker für einen akuten Transplantatschaden wie NGAL, Kim-1 und auch Haptoglobin sollen an den verfügbaren Nierenbiospien im Verlauf untersucht werden. Der Haptoglobin-Polymorphismus soll genauer untersucht werden, da für den Hp 2-2 Polymorphismus insbesondere nach Lebertransplantation ein ungünstiger Transplantationsverlauf beschrieben wurde.

(Projekt gefördert bis 31.12.2016) 

Team

Dr. med. Sabine Wintterle (PI), Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen

Dr. med. Tobias Getzin, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Prof. Dr. med. Güler Faikah, Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen

PD Dr. med. Katja Hüper, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Matti Joonas Peperhove, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Van Dai Vo Chieu, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

StrucMed Student Sebastian Rauhut, Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen

Herle Chlebusch (TA), Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen

Frank Schröder (MTA), Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Kooperationspartner

Prof. Dr. med. Wilfried Gwinner, Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen

PD Dr. med. Jan Hinrich Bräsen, Institut für Pathologie  

Prof. Dr. med. Frank Lehner, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Prof. Dr. Christine S. Falk, IFB-Tx Core Facility Immunmonitoring