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ISI_3 (Vollprojekt)

Veränderung in der Immunantwort von pädiatrischen Nierentransplantatempfängern durch Sensibilisierung, Impfungen oder fehlende Adhärenz: Eine Cross-sektionale und prospektive Analyse der internationalen Kohorte des CERTAIN Registers

Unsere Hypothese ist, neue diagnostische Marker für die chronisch humorale Abstoßung (cAMR) identifizieren können, die es erlauben, ein aus klinischen Daten errechnetes Prädiktionsmodell für die chronische Antikörper-vermittelte Abstoßung (chronic antibody mediated rejection, cAMR) signifikant zu verbessern. , um die cAMRbesser diagnostizieren und früher behandeln zu können.

Die cAMR ist eine der Hauptursachen für das Langzeitversagen von Transplantaten. Kinder haben möglicherweise sogar ein größeres Risiko aufgrund der Gefährdung durch immunstimulierende Impfungen und die Non-Adhärenz insbesondere im Teenageralter. Die Diagnose der cAMR wird aktuell gestellt, wenn im Blut des Empfängers Spender-Spezifische HLA-Antikörper (donor specific antibodies, DSA) und in der Nierenbiopsie der cAMR entsprechende Veränderungen nach der aktuellen BANFF-Klassifikation vorliegen.

Leider erfolgt die Diagnose in der Regel erst in einem späten Stadium der cAMR, in dem die die derzeit begrenzten Behandlungsmöglichkeiten nicht immer erfolgreich sind. Daher ist es von großer Bedeutung, Patienten mit einem cAMR-Risiko frühzeitig mittels nicht-invasiver und spezifischer Biomarker zu identifizieren.

In unserem Projekt planen wir deshalb,

  1. neue diagnostische Marker für die cAMR zu definieren;
  2. ein Vorhersagemodell für die cAMR auf Basis der neu identifizierten Marker zu erstellen, das eine frühere, nicht invasive Diagnose erlaubt.

Unsere Studie nutzt Patientendaten und -proben aus der Cooperative European Paediatric Renal TransplAnt INitiative (CERTAIN; www.certain-registry.eu). CERTAIN wurde als Forschungsnetzwerk und Plattform gegründet und auf einem neuartigen, webbasierten Register aufgebaut. 44 Zentren aus neun europäischen Ländern (Österreich, Tschechien, Deutschland, Ungarn, Italien, Polen, Schweiz, Türkei, Großbritannien) nehmen daran teil. Über 100 Patienten wurden bereits aufgenommen (mit rund 150 Neuanmeldungen pro Jahr). Die Dateneingabe beginnt mit dem Zeitpunkt der Transplantation, gefolgt von fünf weiteren Einträgen im ersten Jahr nach der Transplantation und jeweils zwei Einträgen pro Jahr im weiteren Verlauf. Damit wird ein umfassendes Bild der Situation nach Nierentransplantation gezeichnet.

Zu den von uns im Rahmen der Studie evaluierten diagnostischen Markern gehören verschiedene Zytokine und Chemokine, Indikatoren für ein Vorliegen von Immunseneszenz sowie die Erstellung eines Proteom-Musters aus Urinproben. Diese werden wir in einer cross-sektionalen Kohorte mit nachgewiesener cAMR sowie in einem longitudinalen Ansatz untersuchen.

Unser langfristiges Ziel ist die in diesem Projekt erarbeiteten Erkenntnisse in einer randomisierten, kontrollierten Studie zu validieren. Dabei soll eine frühzeitige Behandlung von cAMR auf Basis des neuen Vorhersagemodells mit einer Behandlung auf Basis der bislang zur Verfügung stehenden diagnostischen Standards verglichen werden.

 

 

Team

Dr. med. Nele Kanzelmeyer (Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen)

Prof. Dr. Christine S. Falk (IFB-Tx Core Facility Immunmonitoring)

Prof. Dr. S. Geyer (Medizinische Soziologie, MHH)

 

Zentrale Kooperationspartner:

Prof. Dr. med. Burkhard Tönshoff (Pädiatrische Nephrologie, Universitätskinderklinik Heidelberg)