Schriftgröße:  A  A
Deutsch
English
Suche

ISI_4 (Start-up)

Identifizierung prädiktiver Faktoren für die Notwendigkeit einer frühen Lebertransplantation in Kindern mit Gallengangatresie

Die Gallengangatresie ist eine seltene, ausschließlich im Neugeborenen- und frühen Säuglingsalter auftretende Lebererkrankung mit fortschreitender, entzündlicher Zerstörung der Gallenwege. Die Häufigkeit beträgt in Deutschland 1:19000. An der Medizinischen Hochschule Hannover wird ungefähr die Hälfte der deutschlandweit etwa 40 pro Jahr auftretenden Fälle behandelt.

Die Ursache dieser Erkrankung ist bisher unklar, allerdings gibt es Hinweise auf einen durch eine Virusinfektion ausgelösten, autoimmunen Prozess. Die Prognose der unbehandelten Gallengangatresie ist ungünstig, nur wenige erkrankte Kinder erleben ihren ersten Geburtstag. Es gibt leider keine ursächliche oder medikamentöse Behandlungsoption.

Eine zeitweilige Verbesserung des Gallenabflusses kann jedoch durch eine Hepato-portoenterostomie nach Kasai (Kasai-OP) erreicht werden. Hierbei werden die chirurgisch zugänglichen, extrahepatischen Gallenwege entfernt und durch Aufnaht des Darmes auf die Leberpforte bei etwa 80 Prozent der Kinder ein vorübergehender Gallenabfluss erreicht. Da jedoch der zu Grunde liegende, entzündliche Prozess nicht beeinflusst werden kann, kommt es zum fortschreitenden Verschluss der innerhalb der Leber gelegenen Gallengänge und hierdurch zum Leberversagen innerhalb von wenigen Monaten oder aber einigen Jahren. Daher ist die Gallengangatresie mit Abstand die häufigste Indikation für eine Lebertransplantation im Kindesalter (siehe Abb. 1).

Ideal wäre es, vorherzusagen, ob die Leberfunktion nach einer Kasai-OP sich rasch verschlechtern und damit eine Lebertransplantation in Erwägung gezogen werden kann, oder ob ein langfristiges Überleben mit der eigenen Leber erreicht werden kann (Abb. 2. Gruppe 1 vs. Gruppe 3).

Hypothese:

  1. Die Kombination der Immunphänotypisierung von Leber infiltrieren Leukozyten und Bewertung neuartiger Biomarker zeigen einen BA bestimmten Muster, die Rückschlüsse auf ihre Entstehung erlauben.
  2. Zu dem Zeitpunkt von Kasai könnte diese Kombination kann eine Prognose der Überlebenszeit mit der nativen Leber zulassen.

Ziel dieser Studie ist:

  1. Biomarker-Muster zu identifizieren, die für die Gallengangatresie spezifisch sind.
  2. Biomarker-Muster zu identifizieren, die mit einem Langzeitüberleben mit eigener Leber korrelieren.
  3. Biomarker-Muster zu identifizieren, die mit der Notwendigkeit einer Früh-Transplantation korrelieren und somit weitere, prospektive Studien zu ermöglichen um das von einer primären Lebertransplantation profitierende Patientenkollektiv zu erkennen.
  4. Nicht-invasive Biomarker-Muster zu etablieren, die den Verlauf der Erkrankung vorhersagen.

Projekt gefördert bis 30.06.2015

 

 

Abb. 1
Abb. 2

Team

Prof. Dr. Claus Petersen (Klinik für Kinderchirurgie)

Dr. Joachim Kübler (Klinik für Kinderchirurgie)

Dr. Gertrud Vieten (Klinik für Kinderchirurgie)

Omid Sanjani-Madadi (Klinik für Kinderchirurgie)

Stephanie Dippel (Klinik für Kinderchirurgie)

Kooperationspartner

Prof. Dr. Christine Falk IFB Tx (IFB-Tx Core Facility Immunmonitoring)

Prof. Dr. Dr. Thomas Thum (IFB-Tx Core Facility Translationale Strategien)

PD Dr. rer. nat. Oliver Dittrich-Breiholz (Zentrale Forschungseinrichtung Transcriptomics)

Prof. Dr. med. Ulrich Baumann (Pädiatrische Gastroenterologie und Hepatologie)

Publikationen

Interleukin 17, Produced by γδ T Cells, Contributes to Hepatic Inflammation in a Mouse Model of Biliary Atresia and Is Increased in Livers of Patients. Klemann C, Schröder A, Dreier A, Möhn N, Dippel S, Winterberg T, Wilde A, Yu Y, Thorenz A, Gueler F, Jörns A, Tolosa E, Leonhardt J, Haas JD, Prinz I, Vieten G, Petersen C, Kuebler JF. Gastroenterology. 2016 Jan;150(1):229-241.e5.