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Klinische Charakterisierung, Immunphänotypisierung und die “molekulare Mikroskopie” der späten subklinischen Abstoßung nach Lebertransplantation beim Menschen

Nach der Lebertransplantation kommt es nicht selten zu einer akuten Abstoßung des Organs. Die akute Abstoßung tritt meist in den ersten Wochen und Monaten nach der Transplantation auf, geht mit erhöhten Leberwerten und einer Einwanderung von Abwehrzellen in das Lebertransplantat einher. Die akute Abstoßung kann in der Regel gut mit Medikamenten behandelt werden und hat, sofern sie behandelt wird, eine gute Prognose.

Daneben gibt es bei circa einem Drittel unserer Patienten auch eine subklinische Abstoßung ("stumme" Abstoßung), das heißt, es sammeln sich Abwehrzellen im Lebertransplantat genau wie bei einer akuten Abstoßung an, aber es kommt nicht zu einer offensichtlichen Schädigung der Leber (kein bedeutsamer Abstieg der Leberwerte). Daher kann die subklinische Abstoßung nur in Protokollbiopsien identifiziert werden, die aber nur an wenigen Zentren nach Lebertransplantation durchgeführt werden. Eine solche "stumme" Abstoßung tritt auch nach der Nierentransplantation auf und geht dort mit einer schlechteren Prognose einher.

Im Rahmen unseres Projektes untersuchen wir zum einen die Prognose (etwa hinsichtlich einer Vernarbung der Leber, eines Organverlustes oder gar eines Versterben der Patienten) der subklinischen/"stummen" Abstoßung nach der Lebertransplantation. Zum anderen analysieren wir die Zusammensetzung der Abwehrzellen (regulatorische T-Zellen, T-Helfer-Zellen und zytotoxische T-Zellen) und die Regulation der Immunabwehr in der Leber (etwa anhand der Genexpression im Lebergewebe), um zu verstehen, warum die eine Abstoßungsreaktion das Transplantat schädigt (akute Abstoßung) und die andere zu keiner offensichtlichen Schädigung führt (subklinische/stumme Abstoßung).

Das Wissen um die Prognose und das Verständnis der Immunregulation sollen helfen, die Behandlung der Patienten mit Medikamenten die das Immunsystem bremsen zu verbessern.

(Projekt gefördert bis 30.06.2015)

Team

Dr. med. Richard Taubert (Projektleiter)

Anna-Katharina Baumann, cand. med.

Beate Junk, MTA

Publikationen

Enrichment of regulatory T cells in acutely rejected human liver allografts. Taubert R, Pischke S, Schlue J, Wedemeyer H, Noyan F, Heim A, Lehner F, Barg-Hock H, Klempnauer J, Olek S, Manns MP, Hardtke-Wolenski M, Jaeckel E. American Journal of Transplant. 2012 Dec;12(12):3425-36.

Intrahepatic regulatory T cells in autoimmune hepatitis are associated with treatment response and depleted with current therapies. Richard Taubert, Matthias Hardtke-Wolenski, Fatih Noyan, Artur Wilms, Anna K. Baumann, Jerome Schlue, Sven Olek, Christine S. Falk, Michael P. Manns, Elmar Jaeckel. Accepted. Journal of Hepatology. 2014 Nov;61(5):1106-14.

Intra-graft expression of genes involved in iron homeostasis predicts the development of operational tolerance in human liver transplantation. Bohne F, Martínez-Llordella M, Lozano JJ, Miquel R, Benítez C, Londoño MC, Manzia TM, Angelico R, Swinkels DW, Tjalsma H, López M, Abraldes JG, Bonaccorsi-Riani E, Jaeckel E, Taubert R, Pirenne J, Rimola A, Tisone G, Sánchez-Fueyo A. Journal of Clinical Investigation. 2012 Jan;122(1):368-82.

HCV-induced immune responses influence the development of operational tolerance after liver transplantation in humans. Bohne F, Londoño MC, Benítez C, Miquel R, Martínez-Llordella M, Russo C, Ortiz C, Bonaccorsi-Riani E, Brander C, Bauer T, Protzer U, Jaeckel E, Taubert R, Forns X, Navasa M, Berenguer M, Rimola A, Lozano JJ, Sánchez-Fueyo A. Science Translational Medicine. 2014 Jun 25;6(242):242ra81.