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Herztransplantation

Bei jedem Herzschlag pumpt ein gesundes Herz etwa 70 Prozent der in ihm befindlichen Blutmenge in den Körperkreislauf und versorgt so die Zellen mit Sauerstoff. Bei einer schweren Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kann das Herz häufig weniger als 20 Prozent der Blutmenge in den Körper pumpen. Dadurch entstehen eine Überlastung des Herzens sowie eine Minderversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Ist die Herzinsuffizienz so weit fortgeschritten, dass chronisches Herzversagen droht, ist eine Herztransplantation ist eine Behandlungsmöglichkeit.

Der Ablauf einer Transplantation ist in der Abbildung dargestellt:

Behandlung chronischer Herzerkrankungen

Chronische Herzerkrankungen können zum allmählichen Verlust der Organfunktion führen. Betroffene leiden unter Leistungsabnahme, Kurzatmigkeit, Schwindel und Wassereinlagerungen in den Beinen und den Lungen. In diesem Fall braucht das Herz Unterstützung. Innerhalb der MHH betreut die Ambulanz der Klinik für Kardiologie und Angiologie unter der Leitung von Professor Dr. Johann Bauersachs Patienten mit akuten und chronischen Herzerkrankungen. Die Anmeldung für eine ambulante Untersuchung in der Klinik finden Sie hier. Patienten mit chronischer Herzschwäche wenden sich an die Interdisziplinäre Ambulanz für terminale Herzinsuffizienz.

Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 18, bzw. 21 Jahren mit angeborenen, erworbenen Herzfehlern, sowie Herzrhythmusstörungen werden In der kinderkardiologischen Ambulanz  betreut. Eine Terminvereinbarung ist telefonisch möglich unter der Nummer (0511) 532-3244. Die Behandlung vor und nach Operationen erfolgt auf der Kinderintensivstation 67  und auf der kinderkardiologischen Normalstation 68b. Ständig einsatzbereite Herz-Lungenmaschinen können auch ein Versagen von Herz oder Lunge zeitlich überbrücken. 

Aufnahme in die Warteliste

Verschlechtert sich der Gesundheitszustand des herzkranken Patienten drastisch, obwohl alle Therapieoptionen ausgeschöpft wurden und tritt eine lebensbedrohliche Situation ein, sollte eine Organtransplantation in Betracht gezogen und vorbereitet werden. Der erste Schritt ist die Anmeldung auf der sogenannten Warteliste, in der Regel durch den behandelnden Arzt. Anfragen zur Transplantation für den Behandlungsschwerpunkt Herztransplantation der Klinik für Herz-, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie (HTTG) können Patienten, Angehörige und medizinisches Fachpersonal hier stellen.

Die Anmeldung für die Warteliste erfolgt durch die behandelnden Ärzte an der Medizinischen Hochschule Hannover. Diese überprüfen die Voraussetzungen für die Organtransplantation, untersuchen den Patienten auf „Herz und Nieren“ und geben letztendlich eine Zulassung für die Warteliste. Damit beginnt eine mitunter jahrelange Wartezeit, bis ein geeignetes Spenderorgan gefunden wird. Während dieser Zeit bleiben die Patienten im engen Kontakt mit der HTTG der MHH und stellen sich regelmäßig in der Herzinsuffizienzambulanz für Kontrolluntersuchungen vor.

Kinder und Jugendlichen werden überwiegend über die Klinik für Pädiatrische Kardiologie angemeldet. Während der Wartezeit werden sie regelmäßig in der kinderkardiologischen Ambulanz untersucht, die in engem Kontakt zur HTTG steht.

Organspende/Transplantation

Ist im Rahmen der am Eurotransplant-Netzwerk beteiligten Regionen ein geeignetes Spenderorgan gefunden, wird der Empfänger möglichst schnell benachrichtigt, kommt in die Klinik und wird, nach entsprechenden Vorbereitungen, so rasch als möglich transplantiert (siehe auch: Ablauf der Transplantation). Die transplantierten Patienten werden an der MHH auf der Intensivstation (Station 74) der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG) betreut.

Auf der Kinderintensivstation 67 werden Kinder und Jugendliche mit Organversagen betreut. Jedes Jahr werden zudem etwa 70-80 Kinder mit Organtransplantationen jeglicher Art versorgt. Vor den Transplantationen stehen ihnen bei Organversagen jede Art von Organersatzverfahren wie ECMO, Assist Devices, Dialyse oder Leberdialyse zur Verfügung.

Langzeitbetreuung

Nach der Operation wird überprüft, ob das neue Organ einwandfrei funktioniert. Bei unkompliziertem Verlauf wird der Patient nach etwa drei Wochen auf die Normalstation verlegt. Dort werden die Organempfänger bereits intensiv über Verhaltensweisen als Transplantierter geschult (bei Kindern und Jugendlichen auch deren Eltern), ebenso wie in der Rehabilitationsphase. Die Anschlussheilbehandlung erfolgt für etwa drei bis vier Wochen in einer auswärtigen Klinik wie z.B. das Klinikum Bad Fallingbostel oder die Schüchtermannklinik Bad Rothenfelde.

Kinder und Jugendliche liegen nach der Operation zunächst auf der Kinderintensivstation 67 . Nach Extubation und Stabilisierung werden die Patienten auf die kinderkardiologische Station 68b zurückverlegt und dort weiter überwacht. Von dort erfolgt dann die Entlassung nach Hause. Mit einem gewissen Abstand (zum Beispiel nach 2-3 Monaten) erfolgt dann eine Rehabilitationsmaßnahme in einer speziellen Einrichtung für Kinder und die Familien (zum Beispiel in Bad Oexen oder Tannheim). Das Operationsergebnis wird durch regelmäßige ambulante Untersuchungen weiter kontrolliert.

Rehabilitation

Nach Krankenhausentlassung wird der Patient in unserer Transplantationsambulanz an der MHH lebenslang weiter nachbetreut. Hier erfolgen im Anschluss an die Transplantation regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wie Ultraschall des Herzens, Bluttest und Screening auf eine mögliche Abstossungsreaktion.

Kinder und Jugendliche werden nach Krankenhausentlassung in unserer Nachsorgeambulanz (kinderkardiologische Ambulanz) in regelmäßigen, vorgegebenen Zeiträumen betreut. Von Beginn des 18. Lebensjahres an wechseln die Patienten das in die Herz-Tx-Nachsorgeambulanz der Erwachsenen.