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Ablauf der Transplantation

Kann ein Herz seine Aufgabe nicht mehr erfüllen und droht zu versagen, sprechen Mediziner von Herzinsuffizienz. Bei Betroffenen mit einer solchen Herzschwäche im Endstadium, die durch andere therapeutische Maßnahmen nicht mehr zu bessern ist, hilft langfristig dann nur noch eine Transplantation.

Aufklärung und Beratung

Ist aufgrund einer fortgeschrittenen Organschädigung eine Transplantation nötig, wird der Patient auf die Warteliste gesetzt. Zuvor klärt der behandelnde Arzt mit ihm folgende Fragen:

  • ob vorher noch andere Therapiealternativen bestehen
  • ob eine Organtransplantation eine begründete Erfolgsaussicht (gemessen an verbessertem Überleben und Lebensqualität hat
  • wie die Risiken und Erfolgsaussichten der Transplantation sind
  • welche Probleme bei der Operation auftreten können
  • wie die gesundheitlichen, seelischen und sozialen Auswirkungen der Transplantation auf Familie und Beruf aussehen können
  • welche Folgeprobleme durch die medikamentöse Immunsuppression) bestehen etwa durch das Vorhandensein von Begleiterkrankungen
  • welche Kontrolluntersuchungen nach erfolgter Transplantation regelmäßig nötig sind

Ein Chirurg des zuständigen Transplantationszentrums wird zusätzlich über die Transplantationsfähigkeit entscheiden. Jeder Kandidat wird bei Aufnahme auf die Warteliste schriftlich über das Verfahren aufgeklärt. Zur Aufnahme in die Warteliste wird der Patient vom behandelnden Arzt mit den vollständigen Untersuchungsergebnissen an die Eurotransplant in Leiden (Niederlande) gemeldet. Die Stiftung ist verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in sieben europäischen Ländern, darunter Deutschland.

Wartezeit und Benachrichtigung

Die Wartezeit auf ein Spenderorgan Schwerstkranke auch mit Herzersatzsystemen überbrücken. Die Unterstützungssysteme gewinnen eine zunehmende Bedeutung auch bei der Langzeittherapie der schweren Herzinsuffizienz. Ein Kunstherz ist eine mechanische Pumpe. Es wird in die linke Herzkammer des Patienten eingesetzt, sein eigenes Herz bleibt also im Körper. In der HTTG der MHH wurde das weltweit kleinste Kunstherz implantiert. Durch die Miniaturisierung der künstlichen Herzsysteme werden die Eingriffe zunehmend weniger belastend für den Patienten.

Steht einer Transplantation nichts im Wege, wird eine Blutgruppenbestimmung durchgeführt und die erforderliche Organgröße festgelegt. Kandidaten auf der Warteliste müssen ständig erreichbar sein und Veränderungen des Gesundheitszustandes müssen angegeben werden. Hierzu ist das Transplantationsbüro der MHH rund um die Uhr besetzt und telefonisch erreichbar unter (0511) 532-2727.

Im Falle eines Organangebots wir der Patient unmittelbar telefonisch benachrichtigt und durch einen von der MHH organsierten Krankentransport von zu Hause abgeholt. Die Aufnahme zur Transplantation erfolgt dann in der Regel durch die medizinische oder chirurgische Notaufnahme.

In der MHH wird der Patient anschließend auf Station 12 der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG) aufgenommen.

Die Betreuungsangebote der Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie für Kinder und Jugendliche vor und nach einer Herztransplantation finden Sie hier.

Operation und Nachsorge

Eine Herztransplantation muss durch Öffnung des Brustkorbes (meist als minimal-invasives Verfahren ohne Durchtrennung knöcherner Strukturen) durchgeführt werden. Durch dieses schonende Verfahren treten weniger Wundheilungsstörungen auf und es bestehen weniger postoperative Schmerzen. Dabei wird der Brustkorb geöffnet und der Patient an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, die vorübergehend die Aufgabe des Herzens übernimmt. Der operierende Arzt klemmt die Hauptschlagader des Patienten ab und entnimmt dann das kranke Herz. Anschließend wird das Spenderherz mit Lungen- und Hauptschlagader des Patienten verbunden. Bei der Transplantation kann ein einzelner oder es können beide Lungenflügel übertragen werden oder Herz und Lunge verpflanzt werden.

Nach der Operation wird der der Patient beatmet und in Narkose auf die Intensivstation (Station 74 der HTTG)gebracht. Weil das Immunsystem des Patienten das Spenderorgan als körperfremd erkennt und seine natürliche Abwehr in Gang setzt, muss der Organempfänger während und nach der Transplantation so genannte Immunsuppressiva einnehmen. Diese Medikamente unterdrücken das Immunsystem und verhindern so eine Abstoßung des Spenderorgans. Nach Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Organs und ohne weitere Komplikationen wird die Beatmung (meist nach ein bis zwei Tagen) beendet und der nun wache Patient auf die Intermediate Care Station (Station 12 der HTTG) verlegt. Meist sind noch eine geringe Sauerstoffgabe und Drainagen am Brustkorb notwendig. Wenn diese auch beseitigt wird - etwa drei Wochen nach der Operation - wird der Empfänger auf die Normalstation verlegt.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche werden normalweise wird am Tag vor der Operation stationär aufgenommen. Die Einbestellungen laufen über die kinderkardiologische Ambulanz. Vor der Operation führen der Kinderherzchirurg und der Kinderanästhesist ausführliche Gespräche mit den Eltern. Der Kinderherzchirurg macht täglich mindestens eine Visite auf der Kinderherzstation und steht außerdem nach Voranmeldung für Fragen zur Verfügung. Nach einer Herzoperation liegt der Patient zunächst auf der Intensivstation 67 der Kinderklinik. Nach Extubation und Stabilisierung wird der Patient auf die kinderkardiologische Station 68b zurückverlegt. Dort wird es weiter überwacht und die Medikamente werden der Entwicklung Gesundheitszustandes angepasst. Sobald das Kind sich wieder fit fühlt, wird es nach Hause entlassen. Das dauert aber nach einer Herzoperation mindestens sieben bis zehn Tage. Nach der Entlassung wird das Operationsergebnis durch ambulante Untersuchungen kontrolliert.