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Lebertransplantation

Bei chronischen Leberschäden im fortgeschrittenen Stadium mit erheblichen Funktionseinschränkungen oder bei akutem Ausfall der Leber kommt eine Lebertransplantation in Frage. 1534 Patienten standen nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) im Jahr 2013 in Deutschland auf der Warteliste für eine Lebertransplantation. Die meisten Patienten waren aufgrund einer Leberzirrhose oder Leberfibrose für eine Transplantation angemeldet.

Die Lebertransplantation ersetzt ein krankes, nicht mehr gut funktionierendes Organ durch ein gespendetes Organ. Dieses Spenderorgan stammt entweder von einem verstorbenen Organspender oder von einem Lebendspender, welches ein naher Verwandter oder Partner sein kann.

Der Ablauf einer Transplantation ist in der Abbildung dargestellt:

Behandlung chronischer Lebererkrankungen

Eigentlich beginnt alles bereits mit der Erkrankung, lange vor der eigentlichen Organverpflanzung. In der Regel führen chronische Erkrankungen wie Leberparenchymerkrankungen oder chronische Hepatitis (Leberentzündung) zum langsamen Verlust der Organfunktion. Diese Phase der Erkrankung kann sich über Jahre und Jahrzehnte hinziehen. Besonders in den fortgeschrittenen Phasen der Krankheit befindet sich der Patient in der Regel in der Obhut und Betreuung durch einen spezialisierten Arzt.

An der MHH gibt es in den entsprechenden Kliniken zahlreiche Sprechstunden, in denen Patienten mit ihren Erkrankungen betreut werden. Anlaufstelle bei den Lebererkrankungen sind die Spezialsprechstunden in der Leberambulanz der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie.

 

 

Aufnahme in die Warteliste

Verschlechtert sich die Leberfunktion weiter und droht das Organ zu versagen, sollten bereits die Vorbereitungen für eine Organtransplantation getroffen werden. Der erste Schritt dazu ist die Anmeldung für eine Leberransplantation auf der sogenannten Warteliste. Die Anmeldung erfolgt in der Regel durch den behandelnden Arzt. Dieser prüft die Voraussetzungen für die Organtransplantation, untersucht den Patienten auf und gibt letztendlich eine Zulassung für die Warteliste. Damit beginnt eine mitunter jahrelange Wartezeit, bis ein geeignetes Organ gefunden wird. Während dieser Zeit bleiben die Patienten im engen Kontakt mit der interdisziplinären Transplantations-Ambulanz  der MHH und stellen sich regelmässig für Kontrolluntersuchungen vor. Sie erreichen die Ambulanz telefonisch unter der Nummer (0511) 532-6306.

Organspende/Transplantation

Ist im Rahmen der am Eurotransplant-Netzwerk beteiligten Regionen ein geeignetes Organ gefunden worden, wird der Empfänger möglichst schnell benachrichtigt, kommt in die Klinik und wird, nach entsprechenden Vorbereitungen, so rasch als möglich transplantiert (siehe auch: Ablauf der Transplantation). Die neu transplantierten Patienten werden an der MHH von Chirurgen und Internisten gemeinsam auf der Station 85 betreut. Ausführliche Informationen zur Lebertransplantation der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie erhalten Sie außerdem hier.

Rehabilitation

Nach erfolgter Lebertransplantation können verschiedene Komplikationen auftreten, die für eine Transplantation typisch sind - wie Abstoßung, Infektionen, Gefäß- und Gallengangsprobleme. Außerdem muss die medikamentengestützte Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppression) kontrolliert werden, damit der Körper des Patienten das Spenderorgan nicht abstößt. Vor allem unmittelbar nach der Operation ist daher eine engmaschige Nachkontrolle notwendig. Sie beginnt bereits auf der Intensivstation und setzt sich über die stationäre Behandlung bis zur ambulanten Überwachung fort. Unmittelbar nach Transplantation ist eine Rehabilitation an einem auf lebertransplantierte Patienten spezialisierten Rehabilitationszentrum vorgesehen. Daran schließt sich die ambulante Betreuung in der interdisziplinären Transplantationsambulanz an.

Langzeitbetreuung

In der Zeit nach der Transplantation werden die Patienten gemeinsam von der Transplantationsambulanz und ihrem spezialisierten Facharzt, häufig einem Leberspezialisten, betreut. Zuerst sind die Visiten in Tx-Ambulanz wöchentlich, danach werden die zeitlichen Abstände zwischen den Untersuchungsterminen größer. Langfristig ist es schließlich das Ziel, die Betreuung gemeinsam mit den Hausärzten über die Ambulanz zu gewährleisten. Daher werden von Anfang an die Hausärzte der Patienten in die Therapie einbezogen. Die Untersuchungen in der Transplantationsambulanz müssen dann nur noch alle vier bis sechs Monate erfolgen.