Schriftgröße:  A  A
Deutsch
English
Suche

Lebererkrankungen

Aufbau und Funktion

Die Leber ist als größte Verdauungsdrüse das zentrale Organ des gesamten Stoffwechsels. Sie produziert lebenswichtige Eiweißstoffe, verwertet Nahrungsbestandteile und sorgt für den Abbau und die Ausscheidung stoffwechseleigener und stoffwechselfremder Substanzen. Als Hauptentgiftungsorgan nimmt sie Nährstoffe auf, die aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden, und gibt diese entweder erneut ans Blut ab oder entfernt sie. Die Leber greift zudem regulierend in das Immunsystem und die Hormone ein. Um diese vielfältigen Aufgaben zu übernehmen, wird das nur etwa 1500- 2000 Gramm schwere Organ von etwa einem Drittel des Blutflusses durchströmt und verbraucht etwa ein Fünftel des gesamten Körpersauerstoffes. Die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit gelangt in den Darm und leitet so Abbauprodukte und Giftstoffe ab und unterstützt gleichzeitig die Verdauung.

Im Gegensatz zu anderen Organen ist die Leber in der Lage sich zu erneuern. Gehen Teile durch Giftstoffe, Krankheitserreger oder operative Entfernung verloren, teilen sich die verbliebenen gesunden Leberzellen verstärkt - die Leber regeneriert.

Chronische Lebererkrankungen

Eine entzündete Leber ist schwer zu diagnostizieren, weil sie oft keine Schmerzen verursacht noch und nur unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Juckreiz oder ein Druckgefühl im Oberbauch hervorruft. Starke Schmerzen, Erbrechen oder Gelbfärbung von Haut und Augen (Ikterus) sind dagegen selten. Eine akute Leberentzündung kann von selbst ausheilen. Mitunter nimmt sie aber auch einen chronischen Verlauf oder führt sogar zu akutem Leberversagen, mit schwerwiegenden Folgen wie Leberzirrhose (Schrumpfleber) oder Leberkrebs. 

Eine Leberentzündung (Hepatitis) wird meist durch Viren verursacht, vor allem durch die Hepatitis-Viren A, B und C. Aber auch eine Leberverfettung (oft in Kombination mit Diabetes), Giftstoffe wie Alkohol und Medikamente, Stoffwechselerkrankungen sowie seltenere Autoimmunerkrankungen können Entzündungsreaktionen auslösen. Dauern diese länger als sechs Monate an, handelt es sich um eine chronische Hepatitis.

Die Indikation zur Lebertransplantation liegt dann vor, wenn bei einer fortgeschrittenen Lebererkrankung die konservativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind. Das betrifft grundsätzlich Patienten mit:

  • Leberparenchymerkrankungen
  • cholestatischen Lebererkrankungen
  • bestimmten primären und sekundären Stoffwechselerkrankungen
  • vaskulären Ursachen einer Leberkrankung
  • Neoplasien
  • Leberversagen
  • anderen, selteneren Ursachen (Leberzysten, Lebertrauma)

Die ambulante Versorgung in der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie finden Sie hier.

Die Kontaktdaten für eine Anmeldung im stationären Bereich der Klinik finden Sie hier

Auch bei Kindern und Jugendlichen kann die Funktion der Leber nachhaltig gestört sein. Folgende schwere Lebererkrankungen erfordern eine Transplantation:

  • Gallengangsartresie (Zerstörung der Gallengänge außerhalb der Leber), meist im frühen Säuglingsalter
  • Morbus Byler (defekte Gallengänge der Leber)
  • Alagille-Syndrom (Gallengänge keliner und weniger zahlreich als normalerweise)
  • neonatale Hepatits (bereits während der Schwangerschaft erworbene Leberinfektion des Embryos)

Die Sprechstunde für Kinder und Jugendliche mit allen Lebererkrankungen sowie der Vor- und Nachsorge bei Lebertransplantation finden Sie hier.