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Nierenerkrankungen

Chronische Nierenerkrankungen - Ursache und Häufigkeit

Eine Reihe von Erkrankungen können zur für Schädigung der Nieren führen und im ungünstigen Fall chronisches Nierenversagen zur Folge haben.  

Zu den häufigsten Nierenerkrankungen gehören (Häufigkeit in %):

  • Diabetiker-Niere (24%, Typ II 18%, Typ I 6%)
  • Glomerulonephritis (21%)
  • Nierenbeckenentzündung (15%)
  • Zerstörung der Nieren durch Schmerzmittel (11%)
  • Bluthochdruck-Niere (10%)
  • Zystennieren (8%)
  • Schrumpfniere (<5%)
  • Wassersackniere (< 5%)

(Quelle: Transplant-Forum)

In ihrer Zahl und Bedeutung haben sich diese Grunderkrankungen im Laufe der Zeit verändert. Waren vor einigen Jahren noch vererbliche Erkrankungen wie etwa familiäre Zystennieren und chronische Entzündungen der Nierenkörperchen (Glomerulonephritiden) die häufigsten Ursachen, sind heute vor allem Diabetes mellitus, allgemeine Gefäßverkalkung (Gefäßsklerose) mit Nierenbeteiligung oder eine Kombination aus diesen beiden der Grund, weshalb Patienten eine Dialyse benötigen. Die Gefäßsklerose ist dabei meist die Folge eines langjährigen Bluthochdrucks.

Bei Kindern und Jugendlichen ist ein Großteil der Erkrankungen, die zur terminalen Niereninsuffizienz führen, durch angeborene Fehlbildungen von Nieren und Harntrakt oder durch genetische Erkrankungen bedingt.

 

 

 

Anzeichen für eine Nierenerkrankung

Folgende Beschwerden können ein Anzeichen für eine Nierenerkrankung sein:

  • Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Knöchel, Unterschenkel, Augenlidern, Gesicht
  • Schmerzen können auf Probleme der Blase und Nieren deuten. Schmerzen beim Wasserlassen oder in der Nierengegend können durch eine Infektion verursacht werden.
  • schäumender Urin (ggf. zu viel Eiweiß im Urin)
  • Farbveränderungen des Urins (rot, rotbraun)
  • große Mengen Urin (vor allem nachts)
  • zu geringe Urinmengen (weniger als ein halber Liter pro Tag)
  • ernsthafte Muskelschwäche, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Juckreiz und Muskelkrämpfe

Die verschiedenen Stadien der chronischen Nierenerkrankung

Das Voranschreiten der chronischen Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) geschieht meist schmerz- und beschwerdefrei. Eine Diagnose kann daher nicht allein aufgrund der Vorgeschichte und der körperlichen Untersuchung des Patienten erfasst werden. Nur durch die Bestimmung des Serumkreatinins und das Schätzen der Entgiftungsleistung der Nieren (glomeruläre Filtrationsrate, GFR) durch Anwendung einer allgemein empfohlenen Formel (MDRD-Formel) lässt sich der Grad der Nierenschwäche beurteilen.

Es ist sinnvoll, die chronische Niereninsuffizienz in mehrere Stadien einzuteilen („chronic kidney disease“ = CKD - Stadien), weil abhängig davon die Risikofaktoren unterschiedlich zu bewerten und vorbeugende Maßnahmen einzuleiten sind: 

  1. Nierenerkrankung mit normaler GFR (GFR > 90),
  2. Nierenerkrankung mit milder Funktionseinschränkung (GFR 60 – 89)
  3. Mittelgradige Niereninsuffizienz (GFR 30 – 59)
  4. Hochgradige Niereninsuffizienz (GFR 15 – 29), eine Nierenersatztherapie muss vorbereitet werden
  5. Terminales Nierenversagen (GFR < 15), Folge: eine Nierenersatztherapie muss beginnen

Die Häufigkeit des weit fortgeschrittenen Stadiums 5 einer chronischen Nierenschädigung liegt in Deutschland bei etwa 0,13 Prozent, das heißt, von 1000 Menschen lebt mindestens ein Mensch mit stark geschädigten Nieren. Über die Häufigkeit der leichteren CKD-Stadien gibt es für Deutschland keine Daten. Zahlen aus vergleichbaren Industrienationen lassen vermuten, dass die Häufigkeit der milderen Stadien 3 und 4 bei vier bis acht Prozent der Bevölkerung liegen könnte. Somit wären etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Etwa 100-150 Kinder und Jugendliche pro Jahr erreichen in Deutschland das Stadium der terminalen Niereninsuffizienz.

Patienten mit mittel- oder hochgradiger Niereninsuffizienz sollten sich zur Behandlung durch einen Nephrologen anmelden:

Die einzelnen ambulanten Abteilungen der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen sowie Kontaktdaten finden Sie hier.

Chronisch kranke erwachsene Patienten mit dem gesamten Spektrum an Nieren- und Hochdruckerkrankungen werden auch stationär in der Nephrologie, chronisch kranke Kinder und Jugendliche in der Kindernephrologie betreut.