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Stammzelltransplantation

Knochenmark- und Blutstammzelltransplantationen bei Erwachsenen werden in der Medizinischen Hochschule in der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation unter der Leitung von Prof. Dr. Arnold Ganser durchgeführt. Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr werden in der Klinik für pädiatrische Hämatologie und Onkologie unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Kratz behandelt.

Internistisch sind wir eine Fachklinik, die auf die Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen und Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe spezialisiert ist. Von pädiatrischer Seite behandeln wir neben den klassischen bösartigen Erkrankungen des Blutsystems auch Erberkrankungen wie Stoffwechselstörungen, Immundefekte, Defekte bei der Bildung von roten Blutkörperchen und verschiedene Formen des Knochenmarkversagens.

Für Patienten, die älter als 18 Jahre sind:

Die medizinischen Schwerpunkte der Klinik finden Sie hier.

Zur stationären Aufnahme bei Knochenmark- und Blutstammzelltransplantationen finden Sie die Kontaktdaten hier.

Informationen zur ambulanten Behandlung finden Sie hier.

Für Patienten im Kindes- und Jugendalter:

Die pädiatrisch medizinischen Schwerpunkte der Klinik finden Sie hier.

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Aufgaben und Erkrankungen der Blutstammzellen

Blutstammzellen sind für die Blutbildung zuständig. Aus ihnen können weiße Blutkörperchen (Leukozyten), rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) entstehen. Stammzellen befinden sich vorwiegend im Knochenmark des Beckenknochens, des Brustbeins, der Rippen und der Wirbelsäule. Bestimmte Erkrankungen wie Leukämien oder Lymphom erfordern eine Behandlung, die bösartige Tumorzellen beseitigt - etwa durch Chemo- oder Strahlentherapie. Weil dadurch aber gleichzeitig die Funktion der gesunden Stammzellen beeinträchtigt wird, braucht der Patient neue Stammzellen.  

Ablauf einer Transplantation

Es gibt autologe und allogene Stammzelltransplantationen. Bei der autologen Stammzelltransplantation ist der Patient sein eigener Stammzellspender. Diese Variante wird häufig bei bösartigen Lymphomen und den Plasmozytomen eingesetzt. Gesunde Stammzellen werden aus dem Blut des Patienten gewonnen, tiefgefroren und anschließend nach einer erneuten, sehr intensiven Chemo- oder Strahlentherapie dem Patienten wieder übertragen. Das Blutbild erholt sich nach etwa zwei bis drei Wochen, Immununverträglichkeiten treten nicht auf, da der Empfänger gleichzeitig auch der Spender ist.

Bei allogenen Stammzelltransplantationen werden dem Patienten nach einer intensiven Chemo- oder Strahlentherapie (Konditionierung) gesunde Knochenmark- oder Blutstammzellen von einem gewebe-identischen (HLA-identischen) Spender übertragen - ähnlich wie bei einer Bluttransfusion. Als Spender kommen entweder Bruder oder Schwester (allogene Geschwistertransplantation) oder ein nicht verwandter Fremdspender (allogene Fremdspendertransplantation) in Frage. Die Stammzellen stellen innerhalb von zwei bis vier Wochen das normale Blutbild wieder her. Außerdem zerstören sie beim Patienten eventuell noch vorhandene bösartige Tumorzellen, da sich aus den transplantierten (fremden) Blutstammzellen neuen Immunzellen entwickeln.

Wichtig ist eine gute Gewebeverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger, da ansonsten eine sehr unerwünschte Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (graft-versus-host disease, GvHD) auftreten kann. Die GvHD kann im schwersten Fall sogar zum Tod des Patienten führen. An der MHH wird die allogene Transplantation von nicht verwandten Spendern am häufigste vorgenommen. Weil diese Transplantationsart jedoch sehr kompliziert ist, erfordert sie eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Transplanteuren, Immungenetikern und Fremdspenderegistern wie dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR).

Stammzelltransplantate gewinnt man durch die Gabe einer hormonähnlichen Substanz. Sie sorgt dafür, dass die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut übertreten. Diese Blutstammzellen werden gesammelt und eingefroren (autologe Transplantation) oder - bei den meisten allogenen Transplantationen - direkt übertragen. Stammzellen können aber auch durch eine Operation direkt aus dem Knochenmark gewonnen werden (“Knochenmarkstammzellen”).

Der Patient erhält eine intensive Chemo- oder Strahlentherapie. Dadurch werden Krebszellen, aber auch Blutstammzellen und Immunzellen des Patienten abgetötet. Danach werden die zuvor gewonnenen Stammzellen wie eine Bluttransfusion zurückgegeben. Sie siedeln sich in den Knochenmarkregionen an und vermehren sich dort. Bereits nach zwei bis drei Wochen kommt so die Blutbildung wieder in Gang. Gegenüber der Knochenmarktransplantation hat die Transplantation von Blutstammzellen den Vorteil, dass die Zellen beim Spender leichter zu entnehmen sind und im Empfänger außerdem schneller anwachsen.