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Transplantation

Für viele schwer kranke Patienten ist eine Transplantation der letzte Ausweg. Die Medizinische Hochschule Hannover ist bundesweit eine der führenden Kliniken, wenn es um die lebensspendende Verpflanzung von Organen oder die Stammzelltransplantation geht.

Bei einer Transplantation wird organisches Material eines Spenders verpflanzt, um geschädigte oder funktionsuntüchtige Organen des Empfängers zu ersetzen. Transplantiert werden

  • Zellen
  • Gewebe
  • Organe oder
  • Organsysteme

Transplantierte Zellen sind häufig blutbildende Stammzellen aus dem Knochenmark. Zu den am häufigsten verpflanzten Organen gehören Niere, Leber, Herz und Lunge. Häufig wird Gewebe transplantiert, zum Beispiel  Augenhornhaut, Blutgefäße, Haut und Knochen.

Rechtliche Grundlage für die Spende, Entnahme, Vermittlung und Übertragung von Organen, die nach dem Tod oder zu Lebzeiten gespendet werden, ist in Deutschland das Transplantationsgesetz. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) koordiniert den praktischen Ablauf einer Transplantation - von der Meldung eines potenziellen Spenders bis hin zur Übergabe der Organe an das Transplantationszentrum. Zugeteilt werden die Organe von der Vermittlungsstelle Eurotransplant (ET) in niederländischen Leiden. Zu den ET-Mitgliedern gehören die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich und Deutschland. Weil es in Deutschland wesentlich mehr Organempfänger als -spender gibt, werden aus den anderen Ländern des Eurotransplant-Raums Organe „eingeführt“.

In Deutschland wird ein Mensch im Todesfall nur dann Organspender, wenn er zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt hat (Organspendeausweis) oder die Angehörigen nach dessen Hirntod einwilligen. In Österreich und Belgien dagegen dürfen Ärzte einem Verstorbenen Organe entnehmen, wenn er dem zu Lebzeiten nicht widersprochen hat.

Damit ein Patient auf die Warteliste kommt, muss der behandelnde Arzt den potenziellen Organempfänger mit den vollständigen Untersuchungsergebnissen an ein Transplantationszentrum melden. Dort entscheidet ein Chirurg über die Transplantationsfähigkeit. Fällt diese positiv aus, steht einer Organverpflanzung nichts im Weg, wird eine Gewebetypisierung durchgeführt und der Patient bei Eurotransplant angemeldet.

Spenderorgane werden bei Eurotransplant in einer Rangliste geführt. Kriterien für die Vergabe sind unter anderem die passende Blutgruppe oder die Übereinstimmung von „Gewebeverträglichkeitsmerkmalen“ , sowie  die Dringlichkeit einer Transplantation und die Wartezeit.

Gesetzliche Grundlage ist das Transplantationsgesetz. Nach dem Transplantationsskandal im Jahr 2012 ist in Deutschland das Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes in Kraft getreten. Es hat zum Ziel, einheitliche Standards für die Qualität und Sicherheit der Organtransplantation in Europa zu schaffen.