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13.06.2016 Kategorie: News

Dr. Bettina Wiegmann stellt ihre IFB-Tx Forschungsarbeit auf internationaler ASAIO-Konferenz vor

Dr. Bettina Wiegmann Foto: Kaiser/MHH

Bei der 62. Jahreskonferenz der Amerikanischen Gesellschaft für künstliche innere Organe (American Society for Artificial Internal Organs - ASAIO) stellt die Chirurgin Dr. Bettina Wiegmann ein Abstract zu ihrer Forschungsarbeit über die Verbesserung zur Lagerung von Spenderlungen vor. Die Arbeit wurde von ASAIO als eine der fünf besten eingereichten Abstracts bewertet und soll auf der diesjährigen Jahresversammlung präsentiert werden, die vom 15. bis 18. Juni in San Francisco stattfindet. Das Abstract trägt den Titel “Normothermic Donor Lung Preservation with Portable EVLP Maintains IL-33-driven Epithelial Integrity Suppressing Inflammation in the Recipient” und repräsentiert einen Teil des seit dem 1. Januar 2014 vom IFB-Tx geförderten Forschungsprojektes OPEX_2, das Bettina Wiegmann als Projektleiterin betreut. Neben ihrer Forschungstätigkeit arbeitet sie außerdem als Assistenzärztin an der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG) der MHH.

„Eine Spenderlunge wird standardmäßig im Eisbeutel zum Empfängerkrankenhaus transportiert, hierbei spricht man von der sogenannten kalten Ischämiezeit des Organs (Standard of Care, SOC). Diese kann im Rahmen der Transplantation mit dem Erwärmen und der Wiederdurchblutung der Lungen im Empfängerkörper zum sogenannten Ischämie-/Reperfusionsschaden führen“, erklärt Wiegmann. Alternativ dazu bietet das so genannte Organ Care System (OCS) die Möglichkeit, die explantierten Lungen bereits im Spenderkrankenhaus in das OCS einzuspannen und somit körperwarm zu beatmen und zu mit Flüssigkeit zu durchströmen (perfundieren). Die Analyse der klinischen Anwendung des OCS im Rahmen der humanen Lungentransplantation ist derzeit Gegenstand einer internationalen, multizentrischen Studie.

In ihrem Forschungsprojekt, assoziiert zur internationalen Studie, hat die Chirurgin nun die immunologischen Unterschiede zwischen SOC und OCS untersucht. Dabei konnte sie nachweisen, dass die OCS-Lagerung offenbar die häufig nach der Transplantation im Empfänger auftretenden Entzündungsprozesse minimiert. Je weniger Entzündungsreaktionen im Körper des Organempfängers auftreten, desto besser kann das Spenderorgan auch funktionieren. In ihrer Arbeit hat Bettina Wiegmann bestimmte immunologische Werte unmittelbar postoperativ und 24 Stunden nach der Operation gemessen und verglichen. Dabei hat sie unter anderem erhöhte IL-10 und IL-33-Werte in der OCS-Gruppe festgestellt. Die Interleukine IL-10 und IL-33 sind Botenstoffe des Immunsystems. Sie hemmen unter anderem Abwehrvorgänge und schützen den Organismus vor übersteigerten Entzündungsprozessen.