Schriftgröße:  A  A
Deutsch
English
Suche

Detailansicht

08.04.2016 Kategorie: News

Posterpreis für IFB-Tx-Nachwuchswissenschaftlerin

Bei der 42. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Blut- und Knochenmarktransplantation (EBMT) in Valencia wurde Frau Dr. Rebecca Schultze-Florey aus der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie mit dem Best Young Abstract Award in der Kategorie „infectious complications“ ausgezeichnet. Es wurden zehn Preise für die besten Abstracts junger Nachwuchsforscher (Altersgruppe unter 35 Jahren) in verschiedenen Kategorien für Vorträge und Poster verliehen. Der Preis ist von der EBMT mit 500 Euro dotiert. Frau Dr. Schultze-Florey erhielt den Preis für ihre Arbeit über infektiöse Komplikationen nach Stammzelltransplantation mit dem Titel „Persistent recipient-derived human adenovirus (hAdV) specific T cells promote hAdV control after allogeneic hematopoietic stem cell transplantation“.

Infektionen mit Adenoviren verursachen häufig Komplikationen nach Transplantation im Kindesalter und sind mit einem hohen Grad an Morbidität und Mortalität verbunden. Medikamente können die Ausbreitung des Virus zwar eindämmen. Die Viruselimination hängt aber davon ab, dass virusspezifische T-Zellen die infizierten Zellen vernichten. In den ersten 50 Tagen nach Stammzelltransplantation sind diese T-Zellen in der Regel noch nicht vorhanden. Frau Dr. Schultze-Florey konnte nun in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus dem Institut für Transfusionsmedizin (Dr. Sabine Tischer, Prof. Dr. Britta Eiz-Vesper), der Virologie (PD Dr. Albert Heim) und der Humangenetik (Wolfgang Kühnau) erstmals zeigen, dass Stammzellempfänger eigene Adenovirus-spezifische T-Zellen den Prozess der Konditionierung vor Transplantation überleben können und zur Kontrolle einer Adenovirus-Infektion nach Transplantation beitragen.

Frau Dr. Schultze-Florey ist Assistenzärztin und arbeitet seit 2012 in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Britta Maecker-Kolhoff. Sie wird seitdem im Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation (IFB-Tx) gefördert. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit durch Virusinfektionen hervorgerufenen Komplikationen nach Organ- und Stammzelltransplantation. In Kooperation mit Prof. Dr. Britta Eiz-Vesper (Institut für Transfusionsmedizin) wird die zelluläre Immunantwort gegen Viren (Adenovirus, Epstein-Barr Virus, Cytomegalievirus) charakterisiert und evaluiert. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Transfusionsmedizin und dem Institut für Zelltherapeutika (Prof. Dr. Ulrike Köhl) wurden Methoden etabliert für die Übertragung von virusspezifischen T-Zellen für immunsupprimierte Patienten bei Infektionen mit Adenovirus, Cytomegalovirus und Ebstein-Barr-Virus. Gegenwärtig wird diese Technologie auf weitere Infektionserreger ausgedehnt. Diese neue zellbasierte Therapie infektiöser Komplikationen soll auch bei Patienten mit Post-Transplant lymphoproliferativen Erkrankungen (PTLD), die durch Epstein-Barr Virus getriggert sind, in einer zukünftigen Studie eingesetzt werden.